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© 2011 Verein Volkssternwarte Wetterau e.V.
3. Anwendbares Recht
Es gilt ausschließlich das maßgebliche Recht der Bundesrepublik Deutschland.
Ökologische Stadtbeleuchtung
Wann haben Sie zum letzten Mal die Milchstraße gesehen?
Ist es viele Jahre her?
War es im Urlaub in einer entlegenen Region?
Noch niemals?!
Sie haben sicherlich schon beobachten können, dass nach Sonnenuntergang im Laufe der Dämmerung vereinzelt Sterne sichtbar werden. Je weiter die Dämmerung fortschreitet und damit der Himmel dunkler wird, desto mehr Sterne erscheinen am Himmel. Auch am Tage sind die Sterne gegenwärtig, nur können wir sie durch den hellen Himmel nicht erkennen.
Und was ist nun mit der Milchstraße?
Die meisten Menschen leben in dicht besiedelten Gebieten, deren künstliche Beleuchtung den Himmel so stark aufhellt, dass mitunter nur noch wenige Sterne sichtbar sind. Die beschriebene Dämmerung hört dort nie auf. Es wird niemals wirklich Nacht!
Können wir unter natürlichen Bedingungen rund 4000 Sterne erkennen, so sind es in Kleinstädten nur noch 500 bis 1000 und in Großstädten sogar nur noch gut 20 bis 100!
Bauordnungen gemäß dieses Antrags verändern. Gewerbeverordnung gemäß dieses Antrags verändern (Z.B. bezüglich Skybeamer und Leuchtreklame) Neue Lichtanlagen und Ersatz alter Anlagen gemäß dieser Richtlinien auslegen. Vorhandene Scheinwerfer mit schwächeren Lampen ausrüsten und mit Blenden versehen. Vorhandene Straßen- und Platzbeleuchtung entsprechend ihres Alter auswechseln. Rundschreiben mit entsprechender Information an alle gewerblichen Betriebe der Wetterau. Empfehlung an Haushalte abegeben. Vorteile für alle! Es wird ein gleicher Beleuchtungseffekt bei geringerem Energieverbrauch erzielt. Dadurch werden Kosten und auch der CO2 Ausstoß verringert. Eingesparte Energie benötigt weniger Windräder. Erhöhung der Verkehrssicherheit, da die Verkehrsteilnehmer weniger geblendet werden. Keinerlei Einbußen der Sicherheit. Bewegungsmelder sorgen für zusätzlichen „Obacht, da kommt jemand!“ -Effekt. Keine Ablenkung (Verkehrsgefährdung) und Belästigung durch Skybeamer (Diskothekenstrahler). Nachtaktive Tiere werden geringer gestört, bzw. ihre Population wird nicht gefährdet. Zugvögel werden nicht bis zur Erschöpfung durch Skybeamer irritiert. Und natürlich der Erhalt des Sternenhimmels als Naturwunder und Kulturgut. Bitte beachten Sie auch die Bilder von Beleuchtungsbeispielen in unserer Galerie! Wußten Sie schon? Das eine Energiesparlampe (oder LED) eine Lichtverschwendungslampe sein kann? Nämlich dann, wenn sie leuchtet, obwohl ihr Licht nicht benötigt wird! Folgendes Beispiel soll das erläutern: Die Stromverbauchswerte (Wh) bei einer „Durchschnittsnacht“ von 8 Stunden (h) Dauer betragen: Für eine Sparlampe / LED im Dauerbetrieb:8h x 10W = 80Wh und für eine Glühlampe mit Bewegungsmelder:0,5h x 60W = 30Wh. Bei diesem Beispiel benötigt eine alte Glühlampe mit Melder weniger als die Hälfte an Energie! Merke: Licht nur dann erzeugen, wenn es benötigt wird.
Und täglich werden es weniger aufgrund der zunehmenden Beleuchtung! Allgemein wird dieser Effekt „Lichtverschmutzung“ genannt. Das Bild zeigt den Anblick der Milchstraße ohne Lichtverschmutzung (Links), Im Vogelsberg (Mitte), und bei Bad Nauheim, 30km nördlich von Frankfurt (rechts). Bei Bad Nauheim ist dieses Naturwunder praktisch verschwunden! Nur noch in sehr klaren Sommer-/Herbstnächten können die Besucher auf der Sternwarte die Milchstraße hoch am Himmel blaß erkennen.
Das wird sogar noch schlechter, wenn die Lichtverschmutzung weiter zunimmt! Das Wunder des Sternenhimmels ist für alle da und damit die Sterne wenigstens hier noch für alle und für immer sichtbar bleiben, brauchen wir langfristig eine Beleuchtungsverordnung. Auch dafür möchte der Verein sich einsetzen.
Wie entsteht die Lichtverschmutzung? Jede künstliche Außenbeleuchtung sorgt bei mondlosen, klaren Nächten für eine unnatürliche Aufhellung des Nachthimmels, wodurch die Sichtbarkeit von Sternen und anderen Objekten im tiefen Weltall bis hin zur Unkenntlichkeit zerstört wird. Der Himmel erscheint dann dem bloßen Auge unnatürlich grau und sternenarm. Für unsere Zivilisation wird die Außenbeleuchtung als notwendig erachtet. Doch leider erfolgt sie in einer Weise, die nicht nur das beleuchtete Objekt (Z.B. Straßen, Plätze, Anlagen, Gebäude, Werbeschilder etc.) aufhellt, sondern die ein Großteil des Lichtes ungenutzt am Objekt vorbeistrahlt. Das vergeudet zum Einen viel Energie, zum Anderen wird das Licht durch die Aerosolpartikel der Luft gestreut und hellt den Himmel auf. Das muss nicht sein!

Lichtverschmutzung kann durch ökologische Stadtbeleuchtung leicht vermindert werden! Abschaltung der Leuchte, wenn kein Nutzen erbracht wird. (z.B. durch Bewegungsmelder). Verwendung von Natrium-Niederdruck Lampen in abgeschirmten Leuchten für Straßen, Plätze oder Sportanlagen, die ihr Licht bis zu einem Winkel von 5 Grad unterhalb der Horizontalen abgeben. Gebäudeanstrahlung soll mit einer gemäßigten Beleuchtungstärke erfolgen und das Licht darf nicht an der Silhouette in den Himmel vorbeistrahlen, bzw. von oben nach unten gerichtet erfolgen. Ab 22Uhr zur Nachtruhe ausschalten. Werbetafeln nicht als blendend helle “Leuchtkästen” ausführen oder nicht von unten anstrahlen. Auch nur zu einer Zeit beleuchten, wenn noch ausreichender Publikumsverkehr herrscht. Den Gebrauch auch von mobilen Skybeamern (Diskothekenstrahlern) generell untersagen. Die Realisation kostet nicht mehr Geld!

Weiterführende Informationen finden Sie unter:
http://www.nabu.de/aktionenundprojekte/stadtbeleuchtung/projekt/
Ferienspiele zu Gast auf der Sternwarte
Die Teams Rot, Gelb, Grün und Blau vom Kinder- & Jugendbüro besuchten im Rahmen der Ferienspiele am 13 Juli die Volkssternwarte Wetterau.
Nachdem sie vom obersten Turm-Rundgang einen Blick auf die verregnete Wetterau und die Teleskope geworfen hatten, gingen sie im Vortragsraum auf eine virtuelle Reise durch das Sonnensystem und die Milchstraße.
Dort erfuhren sie außerdem etwas über die großen Spinnen (Arachnia Gigantea Stellaris), die sich nachts im 800 Jahre alten Turm herumtreiben. Auch ein Vogel kam kurz zu Besuch in den Vortragsraum.
Die Kinder beteiligten sich lebhaft mit Fragen und Antworten an dem Astronomie-Vortrag. Dabei lernten sie, dass alle Sterne selbstleuchtende Sonnen sind.
Da die echte Sonne aber hinter den Wolken verdeckt war, beobachteten sie ersatzweise mit einem Fernrohr die Tankstellen, Türme, Häuser und Vögel in Bad Nauheim und Friedberg. Und weil man vom Beobachten hungrig wird, machten sie in der benachbarten Ruine des römischen Signalturms ihre Mittagspause. Dann folgten sie dem Planetenwanderweg bis zum Goldsteinpark.
In den folgenden Wochen werden noch weitere Teams der Ferienspiele Bad Nauheim die Sternwarte besuchen. Bleibt zu hoffen, dass sie etwas mehr Glück mit dem Wetter haben werden.

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